Nachruf Ernst Freese

Die Kelsterbacher Sozialdemokraten nehmen Abschied von Ernst Freese, der am 7. August von uns ging. Wie kaum ein Anderer hat er über sein langjähriges ehrenamtliches Wirken in Politik und Vereinswelt auf die Entwicklung unserer Stadt seinen segensreichen Einfluss genommen. Seine Fachkompetenzen suchten in ihrer Vielfalt ihresgleichen, der Mensch Ernst Freese verstand es dabei, seine soziale Ader stets in Tun und Handeln einfließen lassen, was ihm immerzu Würdigung und Anerkennung weit über die Grenzen von Partei und Heimatstadt einbrachte.

Der SPD-Ortsverein trauert um eines seiner verdientesten Mitglieder, die engsten Weggefährten in Führungsposition äußerten sich zu ihm:

Der Fraktionsvorsitzende Jürgen Zeller war einer der langjährigsten vertrauten Mitstreiter und ist fast so lange Zeit in politischer Verantwortung:

„Ernst war über fünf Jahrzehnte ein gewichtiges Mitglied unserer Fraktion,
der mit seinem profunden Wissen ganz entscheidend die Politik und auch die Fraktionsarbeit, gerade durch sein starkes ehrenamtliches Engagement, wesentlich mitgeprägt hatte. Das Wohl Kelsterbachs stand bei ihm an vorderster Stelle.
Er war ein gradliniger und verlässlicher Partner und Vorbild zugleich, den wir sehr vermissen, aber gleichzeitig immer in bester Erinnerung behalten werden“.

Ehrenbürgermeister Erhard Engisch, der als ehemaliges Stadtoberhaupt und Parteivorsitzender ebenfalls über viele Jahre Seite an Seite mit Ernst Freese die gemeinsamen politischen Wege ging, erinnert sich insbesondere an seinen treuen Stellvertreter im Amt:

„Ernst war eine Persönlichkeit auf die immer Verlass war. Er war im Magistrat über sieben Jahre als Erster Stadtrat mein allgemeiner Vertreter und dabei immer zur Stelle, wenn es darum ging, mir Arbeit und Termine abzunehmen. Dies kam insbesondere in der sehr schwierigen Zeit der Ausbaudiskussion des Flughafens zum Tragen, nicht zuletzt, da ich sehr oft außerhalb Kelsterbachs gefordert war. Hier ist Ernst, der ja in Kelsterbach kein Unbekannter war, eingesprungen, ohne lange zu zögern. Sein hoher Bildungstand, sein Fleiß und Beharrlichkeit, die Liebe zur Musik und die starke Präsenz, seine vielen ehrenamtlichen Funktionen haben ihn zum wertvollen Mitstreiter in den städtischen Organen gemacht. Der Mensch Ernst Freese war verlässlich, freundlich, hilfsbereit und zielstrebig. Selbst nach unserem Ausscheiden aus dem Magistrat haben wir uns vielfältig über Telefon und in persönlichen Gesprächen ausgetauscht. Ich werde Ernst Freese nie vergessen.“

Bürgermeister Manfred Ockel schätzte sich als Nachfolger sehr glücklich Ernst Freese in seinen Reihen und an seiner Seite zu wissen. Er brachte in Erinnerung, dass er als Stellvertreter dreier Bürgermeister, allein schon in diesem Bereich auf eine Lebensleistung zurückblicken konnte, die beispielgebend gewesen sei. Schon allein deshalb, weil er in seinem Hauptberuf als Oberingenieur sehr gefordert war. Er sagt über Ernst Freese:

Ernst Freese, der sich für die SPD zeitlebens als treuer Genosse erwies, ließ sich niemals von Gebotsethik leiten, sondern blickte über die Grenzen der eigenen politischen Gesinnung auf das Wohl seiner Heimatstadt. Diese Persönlichkeit stand über Fraktionsgrenzen hinaus der Kelsterbacher Politik gut zu Gesicht, nicht zuletzt, weil Ernst durch herausragendes ehrenamtliches Engagement und stetige Bodenhaftung ein Garant für Glaubwürdigkeit darstellte. Der Einsatz für die Vereinswelt definierte sich genauso vorbildlich, sei es im Bereich Sport für die DLRG oder kulturell beim Evangelischen Posaunenchor und den Feuerreitern gewesen. Seine zahlreichen Talente kamen vielen Organisationen zugute und hätten ihn für fast jedes denkbare Ehrenamt qualifiziert. Für mich persönlich war er über die vielen gemeinsamen Jahre ein personifiziertes Höchstmaß an Loyalität, Zuverlässigkeit und Fachwissen. Darüber hinaus werde ich ihn als guten Freund, mit dem Arbeit und Privates gleichermaßen Ehre und Vergnügen waren, vermissen in herzlicher Erinnerung behalten.“

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